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Dienstag, 23. Mai 2017

Cuxhaven

 

Vor 65 Jahren, als kleiner Knirps im Alter von 4 Jahren, stand ich hier mit meinen Eltern zum ersten Mal. Wir machten damals, 1952, einen ausgedehnten Nordsee-Urlaub.

 

Vor 33 Jahren stand ich hier wieder mit meinem damals 4-jährigen Sohn Stephan und heute stehe ich wohl zum letzten Male hier - am Hamburger Leuchtturm und der Aussichtsplattform "Die Alte Liebe".

 

Die Bezeichung stammt wohl aus dem Anfang eines von Heinrich Heine im Jahr 1823 geschriebenen, dann leider verlorenen gegangenen Seestücks:

 

Am Werfte zu Kuxhaven,

Da ist ein schöner Ort,

Der heißt "Die Alte Liebe",

Die meinige ließ ich dort........

 

Hamburger Leuchtturm / Cuxhaven

 

Eisig pfeift mir der Wind um die Ohren und nur die wirklich Harten :-) sind heute unterwegs.

 

Mein Blick geht zum Semaphor und dieses technische, rein mechanische Wunderwerk zeigt mir auf den ersten Blick - 4 Bft.

 

Windsemaphpor

Erstmals wurde diese Teil im Jahre 1883 errichtet und musste nach einem Sturmschaden 1904 erneuert werden.

 

Dieses Semaphor ist eine Einrichtung zur optischen Übermittlung von Wetterinforma-

tionen an Schiffe, die von der Elbmündung in die Nordsee auslaufen.

 

Er gibt Windgeschwindigkeit und -richtung auf den Inseln Borkum und Helgoland mit

Zeigern und Signalarmen an.

 

So konnten sich die auslaufenden Schiffe und ihre Besatzungen  über die zunächst un-

bekannten Wind- und Wetterverhältnisse umfassend informieren.

 

Die Buchstaben B und H stehen für Borkum und Helgoland. Die oberen Zeiger signali-

sieren für jede Insel separat die Windstärke in zweier Sprüngen bis max. 12 Bft.

D.h. ein Zeiger = 2 Bft. Mein Bild oben zeigt also        4 Bft. an.

 

Die beiden kreisrunden Anzeigen geben die jeweilige Windrichtung an. Eingestellt wurden die Indikationen durch Drahtseile und Hebel vom Boden aus. Heute allerdings gibt es dazu Elektromotore, die im 2-Stunden-Rhytmus die Anzeigen aktualisieren.

 

Jetzt eigentlich ein Museumsstück, denn mit Einführung der Funktechnik zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts verlor die Anlage ihre Bedeutung.

 

 

Erinnerungen an Störtebecker? Mit Cuxhaven hatte der nichts am Hut. Kam er doch wohl aus Wismar und heizte vor allen Dingen der Hanse mächtig ein.

 

Schiffe und Fahrwassertonnen

 

Von der Aussichtsplattform bietet sich mir ein schöner Blick über die Elbe. Dieses Wasser hier hat mit dem Meerwasser in HuaHin/Thailand rein garnichts gemein. Dort plätschert es tiefblau, warm und sanft an die Ufer.

Hier ist das Elbewasser grau und grün, eiskalt und lebensbedrohlich. Jetzt reinfallen? Mich schaudert und fröstend wende ich mich ab.

 

Elbe und Himmel
"Optimisten"

 

Auch im Hafen peift noch der Wind, allerdings eine ganze Ecke sanfter. Hier trainiert die Jugend in den Optimisten. Diese Jollen, eine internationale Klasse,  eignen sich für alle Altersklassen bis 15 Jahre und dienen als Einstieg in den Regattasport.

 

 

Mittwoch, 24. Juni 2017

Elbmündung

 

6.30 Uhr und ich bin schon auf den Beinen. Möchte unbedingt ein paar Stimmungsaufnahmen machen und der Kugelbarke, mit der wirklichen Mündung der Elbe in die Nordsee, meine Aufwartung machen.

 

Ausser ein paar Hundeliebhaber ist jetzt noch kein Mensch unterwegs. Immer am Ufer entlang läuft der Geh/Radweg dem ich folge. Die frühe Sonne zaubert im Minutentakt ständig wechselnde Stimmungen auf's Wasser.

 

Es ist kalt und immer noch windig, doch das Licht hier ist einfach traumhaft.

 

Blick über die Elbe

Kilometerweit, genau 15 km, reicht der Blick bis ans andere Ufer. Doch die Schiffahrts-

rinne ist nur 400 m breit und damit für die Riesenpötte, die hier einlaufen, schon ganz schön eng.

Kein Wunder, daß jedes Schiff durch einen noch auf See zusteigenden Lotsen, dirigiert wird.

 

Hier an ihrer Mündung verliert sich die Elbe in die Nordsee und den Atlantik mit einer

Wassermenge von 4.000 cbm/sek.

 

Elbe und Ebbe
Deichaussenseite
Kugelbarke und Elbmündung

 

Die Kugelbarke, Seezeichen auf der linken Elbseite. Hier ist jetzt wirklich Schluß.

Tschüs Elbe!

 

Dito

 

Mittwoch, 24. Juni 2017

Cuxhaven - Geesthacht

 

Hannibal und ich bummeln gemütlich elbaufwärts Richtung Hamburg.

 

Bei Stade wechselt die Landschaft. Hier stehen keine Rindviecher mehr auf der Wiese, sondern Obstbäume. Braeburn und Konsorten haben das Sagen und diese Gegend nennt sich "Das Alte Land".

 

Hamburg umfahre ich gewissenhaft. Die Stadt kennt ein Jedermann und bedarf keiner weiteren Erwähnung.

 

Rasch noch an Winsen/Luhe vorbei, über die Elbe und ein Stauwehr rüber und Geesthacht nimmt mich in Empfang.

 

Ein kleiner Ort an der Elbe, die hier noch ein Schiffahrtsweg ist und damit ganz schön breit.

 

Jetzt stehe ich direkt am Wasser und höre es leise gurgeln. Das Wetter hat sich, wie das u.a. Bild zeigt, sichtlich gebessert.

 

Elbe bei Geesthacht und..............

 

Donnerstag, 25. Mai 2017 (Himmelfahrt und Vatertag)

Geesthacht

 

Es ist 8.00 Uhr als ich das u.a. Bild mache. Kein Wetter und noch keine Zeit um sich draußen lang aufzuhalten.

 

.........am nächsten Morgen

Ich verziehe mich in unseren Hannibal, mache es mir, bei einem ausgedehnten Frühstück, gemütlich.

 

Nachdem heute Website-Aktualisierung angesagt ist und noch keine Sonne scheint, greife ich gerne auf die am Platz angebotene Elektrik zurück.

 

Eine Menge ist los auf der Straße. Der Vatertag mit all seinen positiven und negativen Er-

scheinungen zeigt sich schon jetzt um 11.00 Uhr deutlich. Die ersten Bierfass-transporteure mit Bollerwagen sind singend bereits durch. Momentan wird die Straße von Oldtimer- und Motorrad-Clubs mit Beschlag belegt.

 

Jetzt lacht auch die Sonne und der vom Wetterdienst versprochene sonnige Tag scheint sich zu erfüllen.

 

Freunde, ich schmeisse den Krempel jetzt in die Ecke und werde den Resttag vor meiner Behausung verbringen.

 

 

Donnerstag - Freitag, 25. + 26. Mai 2017

Geesthacht

 

Da sollte man denn häufiger mal genauer hinschauen!

 

Diesen Spruch werde ich mir in mein Gebetbuch schreiben, denn als ich hier nach Geesthacht kam, habe ich den Ort als nicht sehr interessant abgetan.

 

Nun denn, heute Vormittag war ich per Pedes in der Innenstadt und siehe da, es tat sich mir ein hübsches, wohlsortiertes Städtchen mit scheinbar sehr zufriedenen Menschen auf. Kein Wunder, denn Geesthacht ist die  reichste Gemeinde in Schleswig-Holstein mit über 50 Mio. im Stadtsäckl.

 

Geesthacht hat eine lange Geschichte und ist bereits im Jahre 1216 urkundlich erwähnt.

 

Der Dreißigjährige Krieg Anfang des 17. Jahrhunderts setzte dem Ort mehrere Male gehörig zu.

Sowohl Wallensteins, als auch Tillys Söldner bedienten sich hier mehrere Male und auch Ende des 17. Jahrhunderts nahmen kaiserliche und brandenburgische Truppen mit, was nicht niet- und nagelfest war.

 

Übrigens erfand hier der Chemiker Alfred Nobel "Auf dem Krümmel" (Stadtteil von Geesthacht) das Dynamit und hier entstand auch die erste Dynamitfabrik der Welt.

 

 "Auf dem Krümmel" - damit sind wir auch schon in der Jetztzeit angelangt, denn Geesthacht war auch Standort der Kernenergieforschung und der Energiegewinnung mit Kernenergie.

 

2011 kam dann das Aus für das Kernkraftwerk Krümmel. Noch immer wird dort radio- aktiver Müll gelagert und ein Ende scheint nicht absehbar.

Der Rückbau des Kraftwerks wird wohl noch 10 Jahre dauern und rund 150 Millionen Euro verschlingen.

 

Zurück zur Elbe - hier gibt es ein Staustufe und Schleusenanlage. Vor hier aus ist Richtung Nordsee der Fluß den Meeresgezeiten unterworfen.

 

Genug der Geschichte - heute lege ich mich noch in die Sonne und am Samstag haue ich hier dann ab.

 

Bis dahin!

 

Abendstimmung bei Geesthacht

 

Samstag, 27. Mai 2017

Geestacht - Tangermünde

 

6.00 Uhr und Hannibal und ich schweben sozusagen in bester Laune über ausgezeichneten Asphalt.

 

Es ist völlig ruhig und die Straße ist noch menschenleer. Die Sonne steht momentan gerade mal eine handbreit über dem Horizont und verbeitet ein sanftes Licht.

 

Alle Farben der Natur wirken warm und ganz präsent. Riesige Getreidefelder begleiten

mich, Getreidefelder von einer Grösse, die wir Westdeutschen uns so eigentlich nicht vorstellen können. Silbrig glänzen die Grannen im Morgenlicht und eine leichte Brise

versetzt das Getreide in ein wogendes Meer. Immer mal wieder tauchen unvermittelt Baum- und Buschhaine auf, sorgen für Kontaste in diesem weiten Land.

 

Allee folgt auf Allee. Alles alte Straßen und wie mit dem Lineal gezogen. Mächtige Bäume, 100 und mehr Jahre alt, säumen den Straßenrand.

 

Plötzlich ein grellroter Blitz und ich weiß sofort, daß die hiesige Gemeinde jetzt ein exklusives Portait von mir besitzt. Schei...., statt 60 km/h fuhr ich wohl 80 km/h. Doch diese Episode kann mich in meinem ausgeglichenen Gemütszustand nicht erschüttern.

 

Nun, es folgen die Orte wie die Perlen auf der Schnur - Schnakenbek,  Lauenburg/Elbe, Boizenburg/Elbe, Gülze, Vockfey, Zeetz, Stixe, Pinnau, Dömitz, Lenzen, Lanz, Wittenberge, Lütkenwisch, Tangermünde.

 

Auffallend ordentlich geht es in diesen Städtchen und Dörfern zu.

Eigentlich schon fast steril.

Welche Macht sorgt hier für diese Uniformität - jeder Rasen kurz geschoren, die Kanten wie mit der Nagelschere gekürzt, alle Mülltonnen stehen an ihrem Platz und sind wie mit der Richtschnur ausgerichtet. Selbst die Gardinen hinter den meist kleinen Fenstern weisen dieselben Muster auf.

 

Ich weiß nicht! Ist das schön frage ich mich und denke an die bunten und individuell gestalteten Gärten und Anwesen am Bodensee und im Allgäu.

 

Aber wie hat der Alte Fritz Mitte des 18. Jahrhunderts schon richtig bemerkt:

 

Jeder solle nach seiner Fasson glücklich werden!

 

 

Elbe bei Boizenburg
Fähre bei Lütkenwisch

 

Bei Wittenberge wechsele ich von der rechten auf die linke Elbeseite und nähere mich zügig Tangermünde.

 

Eine alte Stadt mit einer Burg. Erstmals erwähnt um 1009, bzw. 1275. Hier mündet die Tanger in die Elbe und bildet so eine strategisch günstige Lage.

 

Im 14. Jhrh. war die Burg Zweitsitz Kaiser Karl IV und im 15. Jhrh. Hansestadt.

 

Nach einem Brand 1617, der die Stadt völlig vernichtete, entstanden die vielen Fachwerk- bauten, die heute noch das Stadtbild prägen.

 

Die beiden Weltkriege liessen die Stadt praktisch unberührt und auch die Zeit der DDR-Herrschaft konsiervierte, durch nicht vorhandene Gelder, die Bausubstanz. Sogar das alte Kopfsteinpflaster ist erhalten gebleiben.

 

Tja, manchmal kann's gut sein, wenn kein Geld vorhanden ist.

 

Jedenfalls ein wirklich hübsches Städtchen mit seinen 10.000 Einwohnern und leicht erhöht, direkt an der Elbe liegend.

 

Tangermünde von der Elbeseite
Eingang Altstadt Tangermünde
Burgberg
Hübsches Ensemble
Fachwerk an jeder Ecke
Klinker und Fachwerk
"hübsche" Autos und "häßliche" Fassaden

 

Sonntag, 28. Mai 2017

Tangermünde

 

Ruhetag - am Montag geht's weiter Richtung Torgau.

 

Und immer wieder die Elbe

 

Montag, 29. Mai 2017

Tangermünde - Torgau - Mühlberg/Elbe

 

 

Ich möchte heute gerne wieder der Elbe so dicht als möglich bis Torgau oder weiter folgen.

 

Daraus entwickelt sich ein komplettes Frustrationsprogramm mit mehr als 5 Umleitungen, so daß ich teilweise echt die Orientierung verlor.

 

Hier auf dem Lande um Magdeburg hat sich seit der Wende nicht viel getan. Das ist jedenfalls mein Eindruck. War Anfang der 90er Jahre längere Zeit in Leipzig tätig und ich habe die Bilder noch deutlich vor Augen. Na gut.

 

Irgendwann finde ich dann wieder die Route, lande in Torgau, wo sich zum Kriegsende die Amis und Russen auf der Elbbrücke die Hand gaben. Letztlich war das ein inszeniertes Foto aber ganz nett, doch die Brücke von damals ist verschwunden und nur eine Gedenktafel weist auf die Begebenheit noch hin.

 

Der Stellplatz in Torgau ist durch Schausteller komplett belegt. Ich fahre weiter und lande abseits im Grünen mit dem kleinen Städtchen Mühlberg.

 

Letztlich finde ich dann doch noch eine Bleibe für die Nacht und zwar eine ganz phantastische. Gr0ßes, grünes Areal direkt am Wasser mit Schatten spendenden Bäumen und das noch völlig allein.

Nur der Preis ist etwas überzogen, doch jetzt fahre ich keinen Meter mehr. Schnauze voll!

 

Später, wie ich so im Liegestuhl und der Sonne vor mich hinträume, höre ich leise Stimmen näher kommen. Zwei Erwachsene und eine junge Graugans.

 

Auf den Menschen geprägt, folgt sie ihren Eltern mit leisem, fortwährendem PiepPiepPiep und gönnt sich anschließend ein ausgiebiges Bad.

 

Konrad Lorenz, österreichischer Verhaltensforscher, hat in den 70ern mal das Verhalten mit auf den Menschen geprägten Graugänsen studiert und auch am Bodensee, erinnere ich mich, fand Jahre später ebensolches statt. Gibt da auch eine TV-Produktion drüber.

Junge Graugans......
.....auf den Menschen geprägt

 

Dienstag, 30 Mai 2017

Mühlberg/Elbe

 

Ich gönne mir heute nochmals einen Ruhetag auf diesem schönen Fleckchen Erde.

 

Elbe bei Mühlberg/Elbe

 

Mittwoch, 31. Mai 2017

Mühlberg/Elbe - Abbruch der Tour

 

Wegen heftiger Unwetter mit Starkregen, Wind und Blitzschlag bei Dresden und südlich davon, breche ich heute die Tour ab.

 

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben und vielleicht machen Helge und ich den jetzt noch ausstehenden Rest anlässlich einer Tschechientour.

 

Bis dahin -  bleibt gesund und munter!

 

Momentan!

Reisepause!

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