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Donnerstag 2. Juli 2015

Haparanda - Tornio - Ossauskoski Staudamm

 

Finnland hat uns wieder und der Lidl auch. Ein Besuch dort ist jetzt fällig und

wir schlagen heftigst zu.

 

Nach weiteren ca. 60 km problemloser Fahrt treffen wir am Ossauskoski-

Staudamm ein und beziehen hier unser Nachtlager.

 

Das war jetzt mal ein längere Fahrt und so ist das Beine hochlegen genehmigt.

 

 

Freitag, 3. Juli 2015

Ossauskoski-Staudamm - Rovaniemi

 

Momentan bin ich dabei, eine offensichtlich masochistische Ader bei mir zu ent-

decken.

 

Mit kurzer Hose und nacktem Oberkörper hole ich Wasser vom See und beginne

mit der sorgfältigen Handwäsche unseres Hannibal.

 

Das Ergebnis - ein sauberes Auto und ein Frank, dessen Körper geradezu über-

sät ist von Mückenstichen. Viele Stiche sind blutig und eine Beule zeichnet sich

nach der anderen ab. Dabei bleibt natürlich das Gesicht nicht davon ausgenom- men. Kein Wunder bei diesem köstlichen germanischen Saft.

 

Dabei liegt das beste Anti-Insektenmittel im Schapp aber ich habe das völlig

ignoriert.

 

Helge schüttelt bei soviel Dusseligkeit den Kopf.

 

Doch das ist alles nicht so schlimm - Hannibal ist jedenfalls blitzeblank.

 

Übrigens ist der Himmel, nach gestrigem Nieselregen, heute weißblau und die

Temperatur liegt bei sage und schreibe + 20° C. Sommer in Finnland!

 

Nach weiteren 50 km, also einem Katzensprung, erreichen wir Rovaniemi. Gleich

am Ortanfang liegen die großen Supermärkte für alles was der Mensch benötigt

oder glaubt zu benötigen.

 

Jedenfalls kaufen auch wir hier richtig ein und erstehen u.a. ein wunderschönes,

langes und rattenscharfes Filetiermesser der Firma Marttiini. Auch komplette

Anglerausrüstungen gibt es hier. Doch deren Erwerb stelle ich noch zurück.

 

Ich benötige eine richtige "Eismeer-Angel", denn Rudi und ich gehen auf Dorsch.

Alles klar?!

 

Ab 16.00 Uhr ziehen wir um auf den Parkplatz am Arctic-Circle-Center. Dort

werden wir auch nächtigen und unsere Österreicher treffen.

 

 

Samstag, 4. Juli 2015

Rovaniemi - Vuotson Kanava

 

Am späten Vormittag besuchen wir das Postamt des Weihnachtsmanns am Polarkreis.

 

Postamt des Weihnachtsmanns

 

Hier können die Besucher für die Lieben zuhause Briefe des Weihnachtsmannes

bestellen.

Dies gilt auch für jetzt persönlich geschriebene Postkarten mit Eingang 24.12. Helge und Christl geben sich dieser Möglichkeit völlig hin.

 

 

Weihnachtspost

 

Während die Beiden schreiben mache ich einen "großen" Schritt.

 

Mein "großer" Schritt
Polarkreis

 

Eigentlich verkörpert dieses Weihnachtszentrum und der angeschlossene Park

alles, was ich an dem bei uns zuhause auch gefeierten Weihnachten so verab-

scheue.

 

Hier geht es nur darum Kasse zu machen, alle Möglichkeiten die es gibt werden

dafür herangezogen und gerade auch die Kinder werden vor diesen Karren ge- spannt.

 

Ach ja, kaum hatten wir unsere Autos geparkt und die Wagentüren geöffnet,

schallte uns aus vielen Lautsprechern "Stille Nacht, Heilige Nacht" modern

intoniert entgegen - und das am 4.7.2015! :-(

 

Die Krone des Ganzen ist allerdings der Santa-Park. Mit einem Riesenaufwand und dem Einsatz von Multimillionen Euro wurde eine Höhle in den Fels gesprengt und Disneyland um den Weihnachtsmann geschaffen.

 

 

 

Helge und Christl finden dies jedoch wundervoll und nur Rudi pflichtet mir bei.

 

Nicht einen Euro ist das alles wert.

 

Ein Gutes hat die gesamte Anlage - es gibt Free WiFi im Postamt, welches ich dann auch ausgiebig nutze.

 

Danach und nach einer kurzen Brotzeit hauen wir um 16.00 Uhr hier ab. Unsere

Österreicher haben sich bereits aus dem Staub gemacht.

 

Nach 230 km durch bekannte Landschaften, bei Wind, Wolken und Nieselregen

finden wir für die Nacht einen ruhigen Platz am Vuotson-Kanal.

 

 

Sonntag, 5. Juli 2015

Vuotson-Kanal - kurz vor Inari

 

Um 5.00 Uhr wachen wir auf. Es ist nach der Wärme der letzten Tage richtig

kalt geworden. Unser Aussenthermometer zeigt + 6° C. Grund genug für Helge

den Heizungsknopf zu bestätigen und sich dann sofort wieder unter die warme Decke zu verziehen.

 

Gestern haben wir noch am Abend beschlossen, nun ohne weitere große Aufenthalte dem Nordkap zu zustreben.

 

Unterwegs ändert sich die Bewaldung. Der Birken- und Kieferanteil geht fast

ganz zurück, bzw. wird ersetzt durch schmale, spitze Tannen. Auch der Boden- bewuchs macht eine Änderung durch. Das dicke Moospolster ist verschwun- den. Eine Art Heidekraut drängt sich in den Vordergrund.

 

Immer mal wieder kreuzen Rentiere, jung und alt, die Straße. Ein Glück, daß

sie offensichtlich Autos und Menschen kennen, ruhig auf oder an der Straße verweilen und keine hektischen, unkontrollierten Bewegungen machen.

 

Übrigens haben wir heute zur Abwechslung mal richtiges Aprilwetter. Es scheint

10 Minuten die Sonne, dann folgt Regen und dann wieder Sonne und zwischen-

durch schickt uns der Himmel auch Graupel.

 

Wir stehen jetzt ca. 20 km vor Inari auf einem kleinen Picknickplatz mit kleinem See und Felsengekrümel an dessen Ufern.

 

Übernachtungsplatz vor Inari

Eine Trockentoilette zur Entsorgung unserer Kassette ist auch vorhanden, so daß wir den Nachmittag, den Abend und die Nacht hier verbringen werden.

 

Schließlich ist Sonntag ein Ruhetag und den werden wir jetzt richtig genießen.

 

Montag, 6. Juli 2015

Kurz vor Inari - Inari - Utsjoki - Ekkeroy/Norwegen

 

In aller Frühe bringe ich unsere Mülltüte zum Container.

 

Rund um diesen ist Abfall aller Art verstreut. Wie bei uns zuhause, so haben

sich auch hier die nachtaktiven Tiere über die "Delikatessen" hergemacht.

 

Das kommt davon, wenn Autofahrer ihren Müll wegen eines überfüllten Contai-

ners ausserhalb abstellen. So nach dem Motto: Nach mir die Sintflut!

 

Dabei ist es ganz einfach - Müllbeutel mitnehmen zur nächsten freien Tonne!

 

Inari liegt vor uns!

 

Ein kleiner Ort, der sich aber kilometerlang an der Straße ausdehnt. Von dem ach so bekannten See ist, im ersten Moment, nicht viel zu sehen. Liegt der

doch schön versteckt in der grünen Landschaft.

 

Wir übernehmen nochmals Diesel und Wasser und sind dann sogleich auch auf

dem Weg nach Utsjoki.

 

Die Straße schlängelt sich links und rechts, bergauf und bergab, dann wieder legt sie sich wie ein helles Band schnurgerade in die sattgrüne Landschaft.

 

Wälder mit Birken und Tannen wechseln sich ab mit kleinen und großen Seen,

die teilweise auch verlandet sind.

 

Nach 1 Stunde sind wir oben auf dem Fjäll, einer Hochebene, angekommen.

Eine total platte Landschaft und die Seen darin scheinen keine abgesetzten Ufer zu besitzen, liegen da wie flächenbündig eingelassene Spiegel.

 

Auch jetzt immer mal wieder Rentiere an den Straßenrändern. Meist sind es

kleine Gruppen oder Einzelgänger. Große Herden bekommen wir hier nicht zu

Gesicht.

Zauselig sehen die Tiere alle aus, verlieren sie doch wohl momentan ihr Winterkleid.

 

Utsjoki ist ein kleines Dorf. Die wenigen Häuser ziehen sich kilometerweit an der Straße entlang.

 

Gleich am Ortsbeginn eine protestantische Kirche, die einzige in weitem Um- kreis.

Direkt gegenüber auf einem Grashügel, mit wundervollem Blick auf einen See, ein paar uralte Holzhäuser. Sogenannte Kirchhütten, die teilweise 200 Jahre alt sind.

 

Kirchhütten bei Utsjoki

Ein mit Gras bewachsener Buckel entpuppt sich als Unterkunft für ein Ehepaar mit 9 Kindern und 1 Kuh!!

Der Lebens/Schlafraum für die gesamte!! Familie besitzt eine Kantenlänge von ca. 3 x 3 m.

Die Kuh dagegen hatte es komfortabler. Sie belegte ein Einzelzimmer zwischen Hauseingang und Wohnraum.

 

 

Einfamilienhaus für 11 Personen und 1 Kuh
Allraum für eine 11-köpfige Familie. Hintergrund Kuhstall und Ausgang

 

Unglaublich unter welchen Bedingungen Menschen leben mussten.

 

Das Haus des Steuereintreibers ist dagegen schon eine Villa.

 

Haus des Steuereintreibers
Komfort des Steuereintreibers

 

Ein weiblicher Guide kommt auf uns zu und spricht uns an. Es ist die Lehrerin von Utsjoki. Sie spricht gut deutsch und wir erfahren eine Menge über Finnland

und seine Bewohner, insbesonders der Samen.

 

Kaffee und Waffeln gibt's ganz frisch mit verschiedenen Marmeladen ebenfalls in einer kleinen Holzhütte.

 

Da sitzen wir nun sehr heimelig und lauschen den Erläuterungen unserer Führe- rin.

 

Wenig später treffen wir Christl und Rudi an der Brücke über den Grenzfluß Tana.

 

So verlassen wir dieses wunderschöne Finnland zum zweiten Mal.

 

Grenzbrücker über die Tana

Momentan!

Reisepause!

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